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Mittwoch, 14. Mai 2014

Ein Satz - 500 Worte

Vor einigen Tagen habe ich um Hilfe für meine Aufwärmphase ... (auf Facebook) gebeten und von einigen Facebookerinnen - den Herren der Schöpfung war der Schöpfungsakt möglicherweise zu anstrengend ;) - eine ganze Reihe von Sätzen bekommen.
Leider blieb mir nicht soviel Zeit, wie ich mir vorgestellt hatte und so habe ich pro Posterin EINEN Satz verarbeitet:

Der Zwischenstand (in der Klammer die Zahl, wie oft ein Satz/Blogeintrag direkt aufgerufen wurde*):
Angela: Mein Sonnenschein muss nicht immer leise sein... (15)
Verena: Auf der Suche nach der eigenen Identität ... (22)
Margit: Der Traum der ganzen Mannschaft war, ... (28)
Birgit: Das war nie geplant, aber die Orange ... (31)
Alex: Dann müsste ich ja gar nicht mehr zu Therapeuten gehen... (44)

Wer seinen Satz fördern möchte, um mein Buch "Mit 40 war Schluss" zu gewinnen, kann seine Freunde und Bekannten - natürlich auch die Familie - dazu animieren, hier im Blog auf seinen Satz zu klicken.
Bis 31. Mai lasse ich die Aktion noch laufen, damit alle bisherigen Texte annähernd gleiche Chancen haben! Es können gerne noch neue Sätze (hier als Kommentar oder über FB)
 eingereicht werden (pro Person wird jedoch max. EIN Satz verarbeitet. Ich kann keine Garantie abgeben, ob ich alle Sätze schaffe, wenn doch noch mehrere eintrudeln sollten - ich werde mich aber aufrichtig bemühen.

Die anderen Sätze, meine Damen, halte ich mir gerne für spätere Übungen im Archiv, wenn's erlaubt ist ;)

*Leider gibt es hier im Blog keine Zählung, wie oft ein Artikel tatsächlich gelesen wurde. Das habe ich zu spät entdeckt. Beim nächsten Mal mache ich es besser - versprochen!

Montag, 12. Mai 2014

Mein Sonnenschein muss nicht immer leise sein, ...

Nach einer kurzen Pause mache ich mit dem Satz von Angela weiter:

Er sagte: "Mein Sonnenschein muss nicht immer leise sein, sie darf auch manchmal etwas geräuschvoller sein.

Und das wurde daraus:
Er sagte: "Mein Sonnenschein muss nicht immer leise sein, sie darf auch manchmal etwas geräuschvoller sein. Vor allem, wenn sie richtig in Fahrt kommt.”
Rolf hatte ein verschmitztes Lächeln auf den Lippen und unverhohlen zog er die rechte Augenbraue hoch. Ich hatte ihn bisher nicht als Chauvinisten kennen gelernt. Wann kennt man jemanden wirklich?
“Ihr Fahrgestell ist ein Traum für ihr Alter und an ihren Kurven kann ich mich nicht satt sehen. Egal ob von hinten oder von vorne, sie sieht einfach toll aus. Ich liebe es über ihre Rundungen zu streichen; das sanfte Keuchen, wenn sie anspringt und das leise Wimmern, wenn ich das Tempo steigere.
Ab und zu ist sie ein wenig bockig und versucht sich meiner Kontrolle zu entziehen. In dem Moment muss ich ein wenig nachlassen und wenn ich sie wieder im Griff habe, gebe ich ihr so richtig die Sporen. Ich sag dir, es ist ein geiles Gefühl, wenn sie zu vibrieren anfängt. Dann kann man sie nicht mehr überhören.”
‘Kopfkino’,... dachte ich erschrocken und ich musste mich aufrichtig bemühen, meine Gedanken jugendfrei zu halten.
 “Führst du dein Mädchen manchmal aus?“, versuchte ich vorsichtig das Thema zu wechseln.
Er blickte mich überrascht an. “Na selbstverständlich. Zu Hause würde sie glatt verkommen. Eine wie sie muss man herzeigen. Wir kennen da ein kleines Landgasthaus direkt am Marktplatz eines Städtchens. Wir genießen die dreihundert Kilometer und die Vorfreude auf das gemeinsame Wochenende steigert sich jedes Mal von Minute zu Minute. Du solltest sehen, wie die alle gaffen, wenn ich mit meiner Lady da ankomme. Ich sehe die gierigen Blicke der Männer und genieße es, wie die Frauen sie teils verliebt, teils fast eifersüchtig anstarren. Ich glaube, bei den meisten hätte ich kein Problem, sie zu einem flotten Dreier zu überreden.”
Den letzten Satz unterstrich er, indem er sich seitlich auf die Nase tippte. Was auch immer das bedeuten mochte.
“Da bin ich nicht so”, prahlte er weiter. “Auch andere sollen sich an ihrem Anblick erfreuen und es genießen, wenn sie auf Touren kommt. Wenn jemand verspricht, vorsichtig zu sein, leihe ich sie schon mal für eine halbe Stunde oder Stunde her.”
Meine Gedanken fuhren Achterbahn. Ich mochte Angelique sehr und wollte mir nicht vorstellen, dass sie das alles ohne Widerspruch mitmachte.
“... und sie hat dir noch nie Schwierigkeiten gemacht”, wollte ich wissen.
“Schwierigkeiten”, fragte er entsetzt, als sei das ein Wort, dass er nicht kannte. Sie ist ein Goldstück. Eine treue Seele, wie sie im Buche steht. Dafür habe ich nichts dagegen, wenn sie etwas mehr schluckt.”
Ich bin wahrlich nicht prüde, aber jetzt war meine Schmerzgrenze erreicht. Vielleicht schämte ich mich auch für die geistigen Bilder die ich mit aller Macht beiseite schob.
“Wie kannst du so über Angelique reden. Es geht mich ja nichts an, was ihr hinter verschlossenen Türen macht, aber du solltest eure Praktiken nicht jedem Fremden erzählen!”, fuhr ich ihn an.
Unversehens veränderte sich sein kecker Gesichtsausdruck zu einer bleichen, faltenlosen Maske. Angelique stand in der Tür und hielt ein Tablett mit Kaffee und Kuchen in den Händen.
Frank schnappte nach Luft.
“Wer,... wer,... redet denn von Angelique? Ich rede die ganze Zeit von meinem Sonnenschein - meiner 1954er Sunbeam Alpine. Die schluckt siebzehn, achtzehn Liter...”
Ich spürte, wie sich mein Blut beeilte, um aus meiner Lendengegend in den Kopf kommen. In diesem Moment war ich zutiefst dankbar, das Gedankenlesen noch nicht weit verbreitet war.
“Hat er wieder von seiner ‘Kleinen’ erzählt”, fragte Angelique lächelnd. “Wenn man ihm da zuhört, könnte man als Ehefrau durchaus eifersüchtig werden. Solange ich zu den Wochenenden mitdarf und ICH die Dritte beim Dreier bin, habe ich kein Problem damit.”
“Äh,... ja... böses Missverständnis...”, versuchte ich mich verlegen aus der peinlichen Situation zu manövrieren. Doch es half nichts. Angelique setzte Augen zwinkernd noch einen drauf:
“Und übrigends,... in dem Landgasthof kann ich mich zurückhalten. Lauter werde ich nur zu Hause.”

Und hier noch ein Link zum Sonnenstrahl ;)

Montag, 5. Mai 2014

Der Traum der ganzen Mannschaft war, ...

Der nächste Satz von Margit... Herzlichen Dank!
Der Traum der ganzen Mannschaft war, diese gewaltige Maschine endlich fliegen zu sehen.
Und das wurde daraus:

Der Traum der ganzen Mannschaft war, diese gewaltige Maschine endlich fliegen zu sehen. Und Luis konnte das sehr gut verstehen. Sein Cheftechniker Manolo prostete ihm quer durch den Kontrollraum zu, in dem die ziemlich ausgelassene Party tobte. Er lächelte zurück und hob ebenfalls sein Glas. Was hatte dieser Mann alles fertig gebracht.
Er vergaß für einige Augenblick die laute Musik und die ausgelassen feiernden Menschen. Vor nicht einmal 150 Jahren hatten seine Vorfahren mit ferngesteuerten Hubschraubern ein kleines Geschäft betrieben. Und heute feierten sie den Stapellauf des ersten überlichtschnellen Raumschiffs, das je auf der Erde gebaut wurde. ”Auf der Erde ist gut”, murmelte er grinsend, beugte sich ein wenig vor und blickte durch die nach vorne geneigte Titanglasscheibe. ‘Zweieinhalbtausend Kilometer’, dachte er. ‘Da unten eine lächerlich kleine Entfernung. Was haben diese paar Kilometer Urgroßvater für Probleme bereitet, diese Werft hier oben zu bauen.’
Er lächelte, als ihm die Worte seiner Großmutter einfielen. Immer, wenn er nicht weiter wusste oder knapp davor war aufzugeben. Sie strich ihm sanft über den Kopf und wiederholte Urgroßvaters Worte mit tiefer gestellter Stimme: “Du musst einen Traum haben Junge, der dir all die Kraft gibt, die du brauchst und ein Ziel, das größer ist, als jedes Hindernis, dass sich dir in den Weg stellen kann. Dann wird dich nichts aufhalten können.”
“Und wenn ich scheitere, Omi?”, hatte er manchmal gefragt.
“Dann hast du einen Weg gefunden, wie es nicht funktioniert und kannst einen anderen einschlagen.” Nie würde er das verschmitzte Augenzwinkern vergessen, mit dem sie das gesagt hatte.
Es hatte viele Probleme gegeben in den vergangenen zwanzig Jahren. Rohstoffe waren teuer oder nicht vorhanden, Geldgeber und Regierungen abgesprungen. Neider und Konkurrenten hatte sogar Saboteure eingeschleust. Viele Technologien mussten erst soweit entwickelt werden, dass sie sicher funktionierten und vieles musste überhaupt neu erfunden werden. Selbst nachdem seine Tante Margot am CERN die Lösung für Überlichtreisen entdeckt hatte, waren noch längst nicht alle Hindernisse beseitigt.
Tante Margot war unbeirrbar gewesen, wie so viele in seiner Familie. Obwohl die ganze Welt der Wissenschaft behauptet hatte, dass es nicht funktioniert, hat sie an ihren Überzeugungen festgehalten.
“Ich bin der der weibliche Giordano Bruno des Hightec-Zeitalters. Am liebsten würden sie mich auf dem Scheiterhaufen verbrennen, nur um ihr Weltbild nicht ins Wanken zu bringen”, hatte sie lachend behauptet.
‘Im Zeitalter der Vernunft und Wissenschaft gehören Überlicht-Reisen in die Welt der Religion und Esoterik’, wurden ihre ersten Wissenschaftlichen Aufsätze kommentiert.
Tante Margot meinte darauf nur: “Vielleicht beweise ich gleich in einem Aufwaschen, dass Überlicht-Reisen, Gott und Homöopathie tatsächlich existieren und funktionieren. Dann haben wir wieder die Chance, dass auch irgendwo noch Einhörner zu finden sind. Vernunft und Wissenschaft haben uns einiges gebracht, aber sie haben uns auch viele Träume und Fantasien geraubt. Das Leben ist dadurch nicht gerade lebenswerter geworden.”
Und heute stand er, Luis, hier und blickte auf die gewaltige Maschine aus Metall, Kunststoff und Leidenschaft. Vor ihm lag die Vollendung eines Traums.
Eine Hand legte sich sanft auf seine Schulter und er drehte seinen Kopf. Sein Vater Robert stand neben ihm und seine Augen schienen feucht. “Du hast es tatsächlich geschafft Junge.”
“Wir haben es geschafft, Dad. Wir alle.”
Sein Vater nickte und tiefste Zufriedenheit lag auf seinem Gesicht.
“Wir sollten sehen, dass alle ins Bett kommen”, meinte er lächelnd. “Es wird eine verdammt lange Reise.”
“Die Reise wird lang”, Vater, “genug Zeit um sich auszuruhen...”

Samstag, 3. Mai 2014

Dann müsste ich ja gar nicht mehr zu Therapeuten gehen

Den heutigen Satz erhielt ich von Alex. Danke schön! 
Dann müsste ich ja gar nicht mehr zu Therapeuten gehen... 
...und das wurde daraus:

“Dann müsste ich ja gar nicht mehr zu Therapeuten gehen”, warf Sue entsetzt ein. “Das geht doch nicht!”
“TherapeutEN? Mehrzahl?” Alexa war sprachlos. Ihr war aufgefallen, dass mehr und mehr ihrer Freundinnen einen Therapeuten hatten. Offenbar hatten die alle zu viele Ami-Serien gesehen.
“Therapeuten? Wozu denn?”, wollte sie genauer wissen.
“Ich habe Jochen gebeten, mit mir eine Paar-Therapie zu machen. Anfangs war er dagegen und meinte, das sei Schwachsinn. Seline, meine neue Kollegin, war von Dr. Schumacker so begeistert, dass ich ihn unbedingt kennen lernen wollte. Naja, Seline ist jetzt geschieden, aber die ist ein ganz anderer Beziehungstyp als ich. Und ihr Mann ist ein echter Kotzbrocken. Er will ihr einfach nicht verzeihen, dass sie mit unserem Abteilungsleiter geschlafen hat.”
“Paar-Therapie, also …”, drängte Alexa. Sue konnte unheimlich ausschweifend werden.
“Paar-Therapie, genau”, wiederholte ihre Freundin, von der Unterbrechung sichtlich genervt.
“Nachdem ich Jochen mit Nachdruck daran erinnert habe, von wem in unserer Beziehung das Geld stammt, hat er nachgegeben.”
“Und welche Beziehungsprobleme willst du lösen?”, wagte Alexa erneut, ihre Freundin zu unterbrechen.
“Wir haben doch keine Beziehungsprobleme“, widersprach Sue entsetzt. „Jochen ist vollkommen glücklich mit mir. Ich bin nur der Ansicht, dass er immer viel zu gereizt reagiert, wenn ich neue Schuhe vom Shopping nach Hause bringe. Dr. Schumacker ist sehr verständnisvoll. Er meint, dass Jochen noch lange nicht weit genug ist, eine Paartherapie zu machen und er sich vorher eine Beschäftigung suchen soll, die ihm hilft, zu entspannen. Der Doktor und ich waren uns einig, dass Jochen mit dem Golf spielen beginnen muss.
Dr. Schumacker will erst mit mir allein arbeiten, da er erkannt hat, dass ich bin die stärkere von uns bin und  weit genug um an Jochens Problemen zu arbeiten. In einer Sitzung kamen wir auf unser Sexleben zu sprechen und da wurde mir klar, dass Jochen mich schon lange nicht mehr befriedigt hat. Dr. Schumacker wollte, dass ich ihm mehr darüber erzähle. Aber ich war der Ansicht, dass ein Sexualtherapeut dafür der bessere Ansprechpartner ist. Von meiner Tante Frieda habe ich mir die Nummer ihres Therapeuten geben lassen. Du kennst doch meine Tante Frieda noch ...?”
“Du meinst die Tantra-Tante?”, fragte Alexa nach.
“Tantra-Tante?”, Sue schnaubte empört. “Weil Tante Frieda, trotz ihrer achtundsechzig, sexuell noch sehr aktiv ist und ihr Leben genießt, ist sie keine Tantra-Tante.”
Ohne lange Luft zu holen, sprach Sue weiter.
“Zu diesem Therapeuten bin ich auch gegangen. Doch der war nichts für mich. Der dürfte auf ältere Menschen spezialisiert sein. Er meinte nach unserer ersten Sitzung tatsächlich, dass ich beim Sex vielleicht zu viel Kontrolle ausübe und Jochen mit meinen verschiedenen Anweisungen nicht zurechtkommen würde. In dem Punkt hatte er Recht. Jochen ist in den letzten Monaten tatsächlich kaum mehr in der Lage, auf meine Bedürfnisse einzugehen. Er hat sogar gemeint, dass er zur Armee gehen könnte, wenn er geil auf Befehle wäre. Keine Ahnung, was er damit gemeint hat...”
“Bitte Sue”, warf Alexa nun ungeduldig ein, “welche Therapeuten noch?”
“Also …, Dr. Helena, ist meine neue Sexualtherapeutin. Sie ist toll. Sie ist vom ersten Augenblick ganz auf mich und meine Probleme eingegangen und meint, dass es durchaus an Jochen liegen könnte und...”
“Sue, bitte...”, Alexas Bitten wurde langsam zu einem Flehen.
“Du bist so ungeduldig, Alexa. Vielleicht solltest du auch einen Therapeuten aufsuchen. Der kann dir helfen, dich zu entspannen und dich besser auf andere Menschen einzulassen. Du musst lernen zuzuhören. Ich habe das Gefühl, dass du ständig im Mittelpunkt stehen möchtest. Sobald jemand anderer etwas erzählt, wirst du ungeduldig. Also wirklich Alexa... du bist unsozial.”
Sue kramte in ihrer Handtasche und fingerte nach einer Weile eine Visitenkarte heraus.
“Hier hast du. Das ist die Karte von Dr. Melanie Koch. Sie ist Sozialtherapeutin. Mit ihr solltest du dich dringend in Verbindung setzen.”
Sie warf Alexa einen bösen Blick zu.
“Ich liebe dich aufrichtig, Alexa. Aber du scheinst vollkommen aus dem Gleichgewicht zu sein. Arbeite an dir, Schatz. Wir sehen uns nächste Woche.”
Alexa blickte ihr nach, als sie aus dem Café trippelte und musste schmunzeln.
Ihr Handy begann zu vibrieren.
“Hallo Schatz!”
Die Stimme ihres Mannes Marc begrüßte sie liebevoll.
„Bleibt es bei unserem Date heute Abend“, wollte er wissen.
“Sicher Schatz. Ich werde pünktlich zu Hause sein. Ich muss zwar nochmal zurück in die Praxis, aber ich habe nur noch zwei Therapiesitzungen. Die anderen beiden Patienten übernimmt Tommy für mich…“

Freitag, 2. Mai 2014

11000 ... Danke!


Auf der Suche nach der eigenen Identität ...

Der zweite Satz stammt von Verena:
"Auf der Suche nach der eigenen Identität nimmt der elterliche Einfluss ab ..."
Danke! 
Und das wurde daraus:
 
"Auf der Suche nach der eigenen Identität nimmt der elterliche Einfluss ab ...", murmelte Menthron.
“Was schwafelst du da, Alter?”, bellte ihn Fürst Hongroth grimmig an, noch immer die Rechte zum Schlag erhoben und mit der Linken den Kragen am Wams seines Sohnes Kalem umklammernd.
“Ich sagte”, richtete sich der Magier nun auf, “ihr wollt, dass euer Sohn ein mächtiger Krieger wird, der euren Thron verteidigen und eure Feinde niederschlagen soll. Doch ihr maßregelt und prügelt ihn ein jedes Mal, wenn er versucht, das zu werden.”
“Wie kannst du es wagen, du Alter Wirrkopf, dich in meine Angelegenheiten zu mischen ...”, brüllte der Herrscher ihn an, währen sich die Finger seiner rechten Hand langsam zur Faust ballten.
“Ihr habt mich an euren Hof geholt”, fuhr der alte Mann unbeirrt fort, “um eurem Sohn zu einem weisen Thronfolger zu erziehen. Das schließt auch ein, dass ich seinen Charakter und seine Persönlichkeit forme...”
Hogroth, der Grausame, wie sein Volk ihn nannte, senkte indessen den Arm, und stieß seinen Sohn von sich. “Verschwinde, bis ich dich rufen lasse!”
Menthron warf dem Jungen ein beinahe unmerkliches Nicken hinterher, während er seine Rede unterbrach. In seinem Zorn übersah es der Herrscher, doch Kalem nickte dankbar zurück.
“Nennt ihr Ungehorsam und Aufgebehren Weisheit? Nennt ihr freundlichen Umgang mit der Tochter meines Feindes einen wohlgeformten Charakter. Nennt ihr die Befreiung eines Sklaven aus der Folter eine starke Persönlichkeit?”, schnaubte Hogroth den Magier an.
“Es gibt viele Wege, ein mächtiges Reich zu schaffen”, erwiderte Menthron ruhig. “Ihr habt es auf eure Weise versucht. Euer Land ist nicht größer als zu der Zeit, als ihr den Thron bestiegen habt. Einzig die Zahl eurer Feinde ist um vieles größer. Und wenn ich euch nicht zur Seite stünde, würden auch noch die Dunkelheere der Unterwelt über euch herfallen.”
Der Fürst ließ sich in seinen Thron fallen. Im Innersten wusste er nur zu gut, dass der alte Mann Recht hatte. Er hatte stets versucht mit starkem Arm jeden Widerstand gegen seine Herrschaft im Keim zu ersticken. Er war durch die dauernden Kämpfe müde geworden und zornig. Diesen Zorn ließ er immer öfter an Kalem aus. Er stützte seinen Kopf auf die noch immer geballte Rechte und hörte dem Magier weiter zu.
“Ihr erwartet, dass euer Sohn den gleichen Weg geht wie ihr. Ihr erwartet, dass euer Sohn gleich handelt wie ihr. Ihr erwartet, dass euer Sohn zu dem wird, das ihr seid. Doch euer Sohn hat seinen eigenen Weg zu gehen, seine eigenen Handlungen zu vollbringen und sein eigenes Wesen zu finden. Er ist außerordentlich klug und hat ein gutes Gespür dafür, was in unterschiedlichen Situationen richtig und was falsch ist. Dass König Meldrims Tochter euren Sohn liebt, solltet ihr als Geschenk erachten. Welcher Weg wäre besser, zwei Reiche zu vereinen, als durch die Liebe zweier Menschen. Euer Sohn kann mit einem einzigen Kuss schaffen, was ihr mit zehntausenden Schwertern und Äxten nicht geschafft habt.
Fürst Hogroth, vertraut mir. Vertraut den Fähigkeiten eures Sohnes. Auch wenn Kalem einen anderen Weg geht als ihr, so wird er dennoch eure Ziele erreichen.
Hört auf, sein Vater zu sein und hört vor allem auf, sein Herrscher zu sein. Werdet zu seinem Ratgeber und Verbündeten. Er ist alt genug, sich von seinem Vater zu lösen. Was er aber brauchen wird, ist ein Freund, dem er vertrauen kann. Seid ihm dieser Freund, wie ich euch ein Freund bin.”
Damit verneigte sich Methron der Magier leicht, machte auf seinem Absatz kehrt und schritt gemächlich aus dem Thronsaal um nach Kalem zu sehen ...

Donnerstag, 1. Mai 2014

Muss ich mir Sorgen machen ...

... wenn nach meinen letzten Blogeinträgen die Zugriffszahlen aus den USA beinahe doppelt so hoch sind, wie die aus Österreich?

Das war nie geplant, aber die Orange


Hier geht's nochmal zum Aufruf...
Der erste Satz von Birgit:

„Das war nie geplant, aber die Orange wurde sein Lieblingsobst ...

Danke dir!
Und das wurde daraus:


'Das war nie geplant, aber die Orange wurde sein Lieblingsobst und Muscheln konnte er nicht ausstehen.'
Die Agenten der UN-Terrorbekämpfungseinheit starrten auf den riesigen Flatscreen und versuchten sich einen Reim auf die handgeschriebene Notiz zu machen. Rechts neben der Notiz konnte man einen weiteren Scan mit einer Reihe von Bank-Daten erkennen.
VALLMTMTXXX
MT43VALL22013000000 10 29 13 72 41 18
MT43VALL22013000000 51 81 12 26 56 13
MT43VALL22013000000 44 15 34 04 37 43
MT43VALL22013000000 13 03 51 54 31 55
MT43VALL22013000000 22 73 82 59 09 37
MT43VALL22013000000 06 26 51 19 45 00

Links war die Kopie einer Buchungsbestätigungsbestätigung von NIKI zu erkennen: 1.5.14, 20:05, Wien, VIE, 22:20, Malta, MLA, HG2024.

Die Tür flog auf und riss die sieben Männer und Frauen aus ihren Gedanken. Frank Haffner stapfte in den Raum für taktische Planung und Ausführung. Außer ihm und den Anwesenden wusste nur eine Handvoll Field-Agents, dass es diesen Raum in der Wiener UNO-City überhaupt gab.

„Was wissen wir“, schnaubte er sichtlich wütend. „Max Headroom ist seit 72 Stunden verschwunden und ihr habt keinen Schimmer was los ist. Woran hat er eigentlich gearbeitet, Frank?“

Frank räusperte sich unsicher. Er war der leitende Analyst. In den letzten Stunden hatten er und seine Leute alle Spuren verfolgt und alle Daten überprüft, die sie zusammengetragen hatten.

„Agent Holter, Deckname Max Headroom, ist einer Information nachgegangen, wonach ein westlicher Geheimdienst in der Ukraine interveniert um einerseits die Russen zu provozieren und anderseits Pro-westliche und vor allem Pro-NATO-Kräfte zu unterstützen. Um Aktionen wie die der NSA in Europa zu rechtfertigen, braucht es mächtige Feindbilder. Die Russen sollen nach Husseins, Bin Ladens und Gadaffis Tot wieder zum Feindbild Nr. 1 gemacht werden. Den Amis gehen offenbar die Feinde und damit die Gründe für Spionage und Militärinterventionen aus."

„Das mit den Amis habe ich jetzt nicht gehört, Frank!“, fuhr Haffner dazwischen. “Was wissen wir sonst noch?“

„Nicht viel mehr als vor 12 Stunden, Direktor. Im Quisisana, in dem Max auf seinen Ukrainischen Kontakt gewartet hat, haben wir etwas Blut auf dem Teppich gefunden. Zuerst hatten wir das Schlimmste vermutet. Aber das Blut stammte nicht von Max. Es ist schon mehrere Wochen alt. Wir konnten es noch nicht zuordnen.

Die Notiz ist vermutlich eine verschlüsselte Nachricht. Keine Ahnung, für wen sie gedacht ist und wir haben bisher die häufigsten Dechiffrier-Methoden versucht. Keine führt zu einem sinnvollen Ergebnis. Die komplexeren Verfahren brauchen aber noch Zeit. Wir können hier nur auf begrenzte Rechnerkapazitäten zugreifen, ohne aufzufliegen.“

„Das da sind ja offensichtlich Kontonummern, und das da drüben eine Flugreservierung“, stellte der Direktor das scheinbar offensichtliche hämisch fest. „Für mich sieht es so aus, als hätte Max sich kaufen lassen und versucht, sich nun abzusetzen.“

„So schlau waren wir auch schon“, warf nun Liesa Kotloff ein. Sie war die Jüngste im Team und für Recherchen und Datenprüfung zuständig. Frank verkrampfte sich bei ihren vorlauten Worten. Doch Liesa fuhr unbeirrt fort.
„Die Bankdaten stimmen, aber die Kontonummern sind falsch. Den Flug nach Malta gibt es, aber die Maschine ist längst weg. Zur angegebenen Zeit fliegt Nikki nicht mehr nach Malta.“

„Dann holt verdammt noch mal Paulina“, brüllte Haffner nun. „Sie ist seit drei Jahren seine Partnerin. Wenn jemand ihn kennt, dann sie. Quetscht sie aus!“

Birgit Hart, sprang auf und rannte aus dem Raum. Sie war die Verantwortliche für Kommunikation und dafür verantwortlich immer zu wissen, wo sich alle befanden. Sie hatte auch das Verschwinden von Max Headroom gemeldet, nachdem sie 48 Stunden keinen Kontakt mit ihm hatte. Wenige Minuten später trat sie mit Paulina Rogers im Schlepptau durch die Tür.

„Paulina“, fuhr Haffner sie an, „du weißt, dass Max verschwunden ist.“ Mit gestrecktem Arm deutete er auf die Monitore. „Sag mir, was das zu bedeuten hat!“

Paulina hatte offenbar schlimme Stunden hinter sich. Ihr Blick war traurig und ihre Körperhaltung spiegelte Unsicherheit und Sorge wider.


Sie blickte auf den Flatscreen und begann die Stirn zu runzeln. Ihre Augen begannen zu leuchten, als hätte sie ein verstecktes Geschenk entdeckt. Paulina nahm Frank einen Stift aus der Brusttasche und riss einen Streifen Papier von Birgits Block.


Es war Minutenlang totenstill im Raum, während Paulina auf ihrem Zettel kritzelte und dabei immer wieder auf die Notizen blickte.


„Ich weiß wo Max ist“, eröffnete sie und richtete sich auf. Dabei lächelte sie und alle Sorge war einem Antlitz gewichen, dass man nur von glücklichen Menschen kannte. „Max wird nicht abhauen. Aber er hat etwas Großes vor, soviel ist sicher.“


„Nun spuck’s schon aus Paulina“, forderte Frank nun ungeduldig und der Direktor schien nicht zu wissen, ob er weiter an eine Verschwörung glauben oder auf Paulina hören sollte.


„Max und ich hatten den ersten gemeinsamen Auftrag in Malta. Wir mussten ein Ehepaar spielen und Max hatte sich im Hotelrestaurant mit Muscheln eine Lebensmittelvergiftung geholt. Er konnte tagelang nur Orangen essen, ohne sich sofort zu übergeben.


Der BIC gehört zur Bank of Valletta. Es gibt eine Pizzaria Valetta hier in Wien und die Abflugnummer ist die Uhrzeit, zu der er mich dort treffen will.“


Paulina blickte auf die Uhr. „Ich sollte mich beeilen, wenn ich nicht zu spät kommen möchte.“ Sie lächelte jedem zu und schickte sich an, den Geheimraum zu verlassen.


„Was ist mit der Notiz, Paulina“, bohrte Birgit nun nach.

„Nummeriert die Buchstaben einfach durch. Ohne die Leerzeichen. Die letzten zwölf Ziffernpaare der Kontonummern sind die Nachricht. Findet es selbst heraus...“


Viel Spaß beim Entschlüsseln! ;)