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Donnerstag, 11. Oktober 2012

Gut und Böse...

Wisst ihr, warum es so schwer ist, wirklich „gut“ zu sein? Ich meine gut nicht im Sinne des „Gutmenschen“, der deshalb gut ist, weil es IN ist oder weil es in der Gesellschaft einen hohen Stellenwert hat. Es hat nichts mit „gut sein“ zu tun, wenn man Polizisten mit dem Handy bei jeder Amtshandlung filmt, denn er könnte ja Gewalt anwenden. Gut ist nicht, den Vater, der mit seinem Sprössling ein
Schlecht, wenn Gut nur eine Maske ist
Quelle: http://www.sxc.hu/photo/659531
Foto: Marc Garrido i Puig
ernstes Wort redet, beim Jugendamt anzuzeigen, denn er könnte ja die Familie misshandeln. Gut zu sein um IN zu sein ist mindestens genauso schlecht, wie nur schlecht oder böse zu sein.


Ich höre jetzt die Aufschreie. Doch nein. Ich bin gegen Polizeigewalt und ich bin gegen Kindesmisshandlung. Etwas anderes in meinen Text zu interpretieren wäre eine jedenfalls bösartige Unterstellung, gegen die ich mich zur Wehr setzen müsste. Und ich bin dafür, die Augen für Missstände offen zu halten und sie dort aufzuzeigen, wo sie sich zeigen. Aber nicht jeder Polizist oder Vater ist ein Gewalttäter – dass will ich damit sagen.
Gut zu sein, um sich selber gut zu fühlen und seinen eigenen Wert in der Gesellschaft heben zu wollen ist – nicht gut!

Gut in dem Sinne, wie ich es meine ist, Gutes zu tun, ohne Gegenleistung oder Gegenwert zu erwarten. Gut zu sein bedeutet, das Böse abzulehnen, gegen das Böse anzugehen, weil es der innersten Überzeugung, dem innersten Wesen, dem ureigenen Charakter entspricht. Gut zu sein ist in meinen Augen ein Ergebnis von Entwicklung, die auf Erfahrung beruht und intellektuellem darüber Nachdenken, das zu der Entscheidung führt, gut sein zu wollen. Trotz aller Schwierigkeiten, die damit verbunden sind und auch dann, wenn nie jemand erfahren wird, dass ich gut bin oder Gutes getan habe.
Die erste Hürde auf dem Weg zum Guten ist das Schein-Gute(Gutmensch) vom wahrhaft Guten zu unterscheiden (Charakter).

Das zweite Hindernis ist „das Böse“ an sich. Nun kann man darüber philosophieren, ob es so etwas wie „das Böse“ überhaupt gibt. Ich würde diese Frage grundsätzlich mit Jein beantworten. Um das näher auszuführen, reicht leider dieser Post nicht aus. Ich werde mich bemühen darüber ein anderes Mal zu „philosophieren“.
Das Böse ist dem Guten gegenüber meistens deshalb im Vorteil, weil es sich nicht an Regeln halten muss. Ein Markenzeichen des Nicht-Guten ist es, keine der Regeln für sich anzuerkennen, auf die sich die Guten geeinigt haben. Sei es aus gesellschaftlichen, diplomatischen oder gar moralischen Gründen. Nicht Gut sein zu wollen/müssen, bedeutet ein Maß an Freiheit, dass dem Guten auf ewig verwehrt bleiben wird.

Nein, weit gefehlt! Das hier ist kein Plädoyer FÜR das böse Sein. Denn das Böse erkauft sich diese Freiheit durch die Aufgaben der Sicherheit.
Wer keine Grenzen kennt, kenn keinen Bereich, innerhalb dessen er sicher sein kann. Wer selbst nicht gut und moralisch handelt, kann somit keine Hilfe von Guten und Moralischen erwarten. Wer ein Leben ohne Moral und Güte führt, ist anderen Morallosen noch mehr ausgeliefert als jene, die das Gute an ihrer Seite wissen.

Gut zu sein ist nicht einfach. Doch nicht gut zu sein hat einen hohen Preis.

Kommentare:

Eddi Brent hat gesagt…

Auf deine Gedanken zum Bösen bin ich schon sehr gespannt.

Ich notiere mir mal "Ablehnen von Regeln" als notwendige, aber nicht hinreichende Bedingung - wobei mir der Zusatz "auf die sich die Guten geeinigt haben" überflüssig erscheint.

Der Balubaer hat gesagt…

Hm... ein interessanter Gedanke, den es zu betrachten gilt...

Doch nach einer Weile des Hin- und Herwälzens bin ich doch zu der Ansicht gelangt, dass das Ablehnen von Regeln nicht notwendige Bedingung ist, aber es durchaus - wie du zu bedenken gibst - noch mehr bedarf, um als böse zu gelten. Den Zusatz "die Guten" finde ich jedoch schon als wichtig, da es eine Menge Regeln gibt, die (auch von Bösen) aufgestellt wurden, um zu manipulieren, einzuschränken oder zu beherrschen, deren Missachtung oder Nichteinhaltung nicht zwangsläufig böse macht.

Eddi Brent hat gesagt…

Das Problem ist, das sich kaum jemand ernsthaft als "böse" bezeichnen würde - zumindest niemand, der als geistig gesund gilt. "Böse" nennen sich vor allem die Schurken in Film und "Literatur" (da rechne ich zeigt gr0ßzügig Comics dazu).

Jeder real existierende, "gesunde" Mensch wird Gründe finden, sein eigenes Handeln, wenn nicht als "gut", zumindest als "gerechtfertigt" zu erachten: Er wird ein Regelwerk definieren, nach dem er oder sie handelt.
Mit Sicherheit gibt es in jedem dieser (mehr oder weniger) individuellen Regelwerke Ausnahmen: vielleicht Dinge wie Selbstjustiz, meist sicher weit geringere Taten, die unter bestimmten Bedingungen vom Einzelnen für gut/gerechtfertigt gehalten - vor sich selbst gerechtfertigt - werden.

Bei der Frage, was "gut" ist hilft uns der "kategorische Kant", wie ich ihn gern nenne ;). Frei nach dem Motto: "Was du nicht willst, das man dir tut, das füg auch keinem andern zu."
ABER: Was ist z.B. mit Menschen, die ein abweichendes (vom Durchschnitt) Unrechtsempfinden haben Unrechtsempfinden (körperlich und/oder psychisch bedingt)? Menschen, die ihr eigenes Tun nicht als Unrecht sehen, weil sie es gar nicht können?
Menschen, denen z.B. verminderte Schuldfähigkeit zugesprochen wird - aus Gründen, die die "breite Masse" nicht möglicherweise nicht akzeptiert, weil sie uninformiert/gering informierte, unausgebildet in Psychologie, Rechtswissenschaften, usw ist - weil sie in diesem Sinne unqualifiziert ist.

Ganz so allgemeingültig, wie wir es gerne hätten, sind unsere Auffassungen und Definitionen von "gut" und "böse" leider nicht - können sie nicht sein, nicht bis ins Detail.

Eben hatte ich eine Idee, wie aus dem kategorischen Imperativ und den individuellen Regelwerken eine Entscheidungsmerkmal zwischen "gut" und "böse" wird. Sehe ich mir meine Gedanken weiter oben an, bröckelt sie wieder.

Der Balubaer hat gesagt…

Antwort kommt in einem eigenen Post ;)