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Donnerstag, 25. Oktober 2012

Gut und Böse III

Quelle: http://www.sxc.hu/photo/555856
Foto: Johnny Larsson
Zwei Artikel bin ich noch schuldig - "die Faust auf dem Kartoffelauge" und eine Antwort auf einen Kommentar von Edi Brent zu Gut und Böse. Für die Faust auf dem Kartoffelauge, fehlt mir noch eine Idee. Keine Ahnung, was sich der Deutschlehrer damals gedacht hat, als er diese Aufgabe stellte. Ich trage den Titel ständig im Kopf spazieren. Vielleicht läuft mir ja die diesbezügliche Erleuchtung über den Weg. Heute habe ich mich deshalb für die Antwort auf den Kommentar entschieden.

Am Einfachsten ist meiner Meinung nach die Definition für das absolut Böse: Wer anderen schadet, um des Schädigens
willen, ist böse. Wenn es nichts zu gewinnen gibt, nicht einmal seelische oder geistige Befriedigung, würde ich das als "das Böse" bezeichnen.

Man kann davon ausgehen, dass ein solcher Fall selten sein wird – aber es passiert. Immer häufiger. Öfter wird zumindest seelische, geistige oder emotionale Befriedigung oder zumindest ein gewisser „Kick“ mit einer bösen Handlung einhergehen.

In dem Moment kommt der Begriff „Krankhaft“ ins Spiel. Wer so handelt, ist nicht normal – muss demnach „krank“ sein. Normal ist ja bekanntlich, was die Masse der Menschheit als normal empfindet. Da sich das Empfinden der Masse laufend verändert, ist das, was wir gemeinhin als normal bezeichnen, ebenfalls einem Wandel unterzogen. Noch dazu gibt es in vielen Belangen regionale Auffassungsunterschiede, was normal ist und was nicht.

Bleiben wir beim Krankhaften. Eine Handlung wird also einer krankhaften Ursache zugeschrieben, wenn sie nicht normal ist.

Wir sind heute weit davon entfernt, das Böse als Ursache für Handlungen der hier besprochenen Art heranzuziehen. Mit Nietzsche Gottesmord (wenn man Nietzsche selber liest, stellt man allerdings fest, dass er diese Tat nie verübte), ist uns der Teufel als Verursacher des Bösen abhandengekommen. Somit ist die Schuld an allem Bösen auf der Welt auf uns Menschen zurückgeworfen. Da wir Menschen unmöglich aus tiefstem Grund und absolut böse sein können (das könnten wir nie akzeptieren), müssen wir, wenn wir eine böse Tat begehen, krank sein.

Wenn wir krank sind, gibt es nämlich die Hoffnung auf Heilung. Mit Krankheit und Heilung können wir mittlerweile ganz gut umgehen. Wir haben die klügsten Techniken entwickelt, ausgefeilteste Therapien ausgetüftelt und entsprechende Anstalten geschaffen, in der jede Art von Krankheit, selbst wenn es übelste Boshaftigkeit ist, behandelt werden kann. Doch es gibt Krankheiten, die lassen sich nun mal nicht heilen. Echte Boshaftigkeit ist eine solche „Krankheit“. Da können Psychologen und Forscher noch so nach plausiblen oder angenommenen Ursachen suchen und gewalttätige Väter oder übermächtige Mütter vorschieben. Es hilft nichts. Böse ist und bleibt Böse.

Warum wehren wir uns so dagegen? An diesem Punkt waren wir schon: Der größte Trick …

Was sollen wir mit bösen Menschen tun, wenn wir ihrer habhaft werden können, was nicht einfach ist? Jene, die böse sind, denken von sich keinesfalls, dass sie krank sind. Sie werden sich deshalb freiwillig keiner Behandlung unterziehen. Und schon gar nicht, bevor sie böse gehandelt haben. Was solchen Menschen jedenfalls noch fehlt, ist nämlich ein regulierendes Gewissen!

Wir können warten, bis sie ein Verbrechen begehen, dass sie mit der geltenden Gesetzgebung in Konflikt bringt. Für den Fall, dass wir ihnen die Tat nachweisen, können wir für ihre Gefangennahme und Verurteilung sorgen. Wir können sie wegsperren und hoffen, dass sie niemals mehr auf die Gesellschaft losgelassen werden.

Doch das ist nur eine Hoffnung. Wie die Heilung einer Krankheit. Das Böse findet einen Weg, sich der Verantwortung zu entziehen.
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