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Freitag, 21. September 2012

Ich bin schuld! Wer noch...?

In einem Diskussionsfaden auf Google+ ging es heute um das Thema GenMais und dass Ratten die von diesem Mais gefressen hatten früher sterben.
Wie so oft werden in diesem Beitrag schnell die Konzerne in die Verantwortung genommen und dafür verantwortlich gemacht, dass es mit unserer Welt bergab geht.

Foto: Mateusz Stachowski
Quelle: http://www.sxc.hu/photo/1175312


Erstens bin ich grundsätzlich gegen diese Weltuntergangsszenarien und Verallgemeinerungen, weil uns die überhaupt nicht weiter helfen und
Zweitens habe ich mir erlaubt, zu kommentieren:

Der Konsument hat es in der Hand. Wenn er nur regionale Produkte kauft, möglichst direkt beim Bauern oder auf Märkten, dann geht den Konzernen der "Sprit" aus... Dann braucht's keine Genmanipulation mehr. Dann ist egal wie krumm die Gurken sind und unwichtig, wieviele Augen die Kartoffel hat.“
Worauf ich zur Antwort bekam:

„Und wo bekommt "Der Bauer" sein Saatgut her?“
Ich muss gestehen, dass ich im ersten Moment ziemlich perplex war. Was sollte diese Frage? Bis mir eine Aussage meiner elfjährigen Nichte eingefallen ist, derzufolge die hälfte ihrer MitschülerInnen noch nie eine echte Kuh gesehen haben. Die aktuelle Generation hat keine Ahnung mehr davon, wie auf einem Bauernhof die Nachzucht von Tieren abläuft, dass da oft noch ganz normaler animalischer Sex dahintersteckt. Sie Menschen wissen nicht mehr, dass man den Samen für die nächste Aussaat von der aktuellen Ernte einbehält. Meine Antwort daher:

„Vom eigenen Acker, wenn er clever ist. So wie wir heuer die Samen für fünf alte Paradeisersorten von einem Bauern haben, der diese selber züchtet, die super schmecken und viel mehr Fruchtfleisch haben, als die spanischen oder italienischen. Es macht halt mehr Mühe, die Pflanzen selber zu ziehen, als das Plastik-Körberl aus dem Supermarkt in den Einkaufswagen zu stellen.
Das gleiche gilt für Zucchini, Gurken, Bohnen, Melanzani, Karotten, Kolrabi, Sellerie, Kürbis und noch ein paar andere Gemüsessorten. Gezogen auf 4,8 m². Sieht aus wie Dschungel. Für ein halbes Jahr haben wir den Gemüse-Konzernen sämtliche Einnahmen entzogen. Und mit dem, was wir eingefroren und eingelegt haben, geht das sicher noch ein oder zwei Monate.

Ach ja - jetzt kommt das Argument mit keine Zeit muss Arbeiten und - hab nur ne kleine Wohnung.
Meine Frau und ich haben 10 - 14 Stundentage - wir haben einen eigenen Garten. Aber es gibt jede Menge Schrebergärten und prachliegende Grundstücke, die man günstigst mieten und kultivieren kann.

Alles andere sind Ausreden!!!
Ausreden, die ich selber fünfzehn Jahre verwendet habe - bis ich begonnen habe mich mit dem Thema "Ich bin das System" auseinanderzusetzen!“

Mist ist vollkommen bewusst, dass wir ein System, dass wir über Jahrzehnte geschaffen haben, oder zuließen, dass es entsteht, nicht von heute auf morgen verändern können. Aber winn wir nicht endlich akzeptieren, dass WIR dieses System sind, WIRD sich NICHTS ändern. Solange wir dem Handel nicht mit unseren Anfragen nach besseren, gesünderen, genfreien Produkten auf die Nerven gehen, solange werden solche Produkte nicht Produziert.
Solange wir nicht bereit sind, dem Bauern ein paar Cent mehr für seine Produkte zu bezahlen, als es ein Konzern tut, wird der die Milch an den Konzern abliefern anstatt sie uns zu verkaufen. Oder die Kuh schlachten und den Stall in eine Disco umbauen.
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