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Dienstag, 25. September 2012

Du liest Beauty-Blogs...?

Heute hat mich jemand gefragt, warum ich Fashion- und Beauty-Blogs verfolge. Ob ich denn zum Stalker geworden sei. Meine Antwort?

Weil ich Schriftsteller bin!

Klar, ich habe Bücherblogs abonniert, um zu sehen, was sich am Markt tut und was ihr da draußen gerne lest. Vor allem interessiert mich eure Meinungen zu Büchern und den Ideen darin. Da stellt mir niemand die Frage, warum ich das tue.
Papillonfully - eine meiner
"LehrerInnen" in Sachen
Beatuy und Fashion
Aber ein Mensch – nicht nur Schriftsteller – darf sich nicht ausschließlich mit den Themen beschäftigen, die tagtäglich um ihn sind. Ich selbst lasse Nachrichten und Klatsch maximal einmal pro Woche an mich ran. Der Fernseher setzt bei mir ziemlich dicken Staub an. Natürlich sehe ich mir ganz gezielt Fernsehserien und Dokumentationen an. Über Kabel aufgenommen, in der Videobearbeitung von Werbung befreit und mit dem Beamer auf eine 2x3-Meter-Wand geknallt. Schließlich habe ich meine Zeit nicht gestohlen, um sie den Werbefutzis in den Rachen zu werfen. Ich will meine Fantasie nicht mit zu viel Müll und schlechten Nachrichten abtöten.

Ich höre nicht ständig irgendwelche Musik, weil ich dann meine Gedanken nicht hören kann. Und wenn schon Musik, dann meist klassische. Es sei denn, ich hab grad Lust auf einen fetten Boogie-Riff auf dem Piano. Es fällt mir schwer, zu verstehen, warum bei manchen ständig das Radio laufen oder der iPod-Ohrhörer eingesteckt sein muss. Manchmal habe ich das Gefühl, diese Menschen haben Angst vor ihren eigenen Gedanken.

Es ist für mich enorm wichtig im Kopf möglichst frei und flexibel zu bleiben. In meiner Tätigkeit als Trainer (Erwachsenenbildung EDV und IT) muss ich mich ständig in die unterschiedlichsten Menschen hineinversetzen können. Wenn ich erkläre, dann versuche ich Formulierungen und Beispiele zu verwenden, die dem Schüler/Kursteilnehmer „nahe“ sind. Dann verwende ich „Bilder“, die der Betreffende aus seinem Beruf oder seinen Hobbis kennt. Somit verstehen die Kursteilnehmer auch recht trockenen Stoff wesentlich leichter.

Genauso ist mit den Geschichten, die Schriftsteller schreiben. Sie müssen Bilder schaffen. Und um solche Bilder schaffen zu können, muss unser Gehirn das entsprechende Rohmaterial in Form von gesehenen Bildern, gelesenen Texten oder gehörten Worten verfügbar haben.

Wenn ich mich ausschließlich mit Computern beschäftige, kann ich kein Buch über dunkle Magier oder hinterhältige Mörderinnen, verliebte Jungs oder schlitzohrige Mädchen schreiben. Die Raumschiffe, die ausgesandt werden um das Universum zu retten, kämen nicht von der Stelle. Wenn ich nur Literatur-Blogs lesen würde, könnte ich doch nur das schreiben, was es bereits gibt.

Seit ich denken kann, sammle ich Erfahrungen und Wissen. Nicht Lexikonwissen – sondern „Eindrücke“ – das ist vielleicht das bessere Wort. Ich sammle Eindrücke, Empfindungen, Gefühle, Stimmungen. Das was uns Menschen ausmacht, das was die Beziehungen zwischen Menschen ausmacht ist es, was mich interessiert.

Stundenlang kann ich in einem Kaffeehaus sitzen und Menschen beobachten. Nicht um mich lustig zu machen, oder gemeinsam mit einem Freund über sie herzuziehen, wie das allzuoft gemacht wird. Nein – ich möchte einfach in mich aufnehmen, wie Menschen sind. Stelle mir vor, was sie wohl denken; versuche an den Gesichtern abzulesen, wie sie sich fühlen.

Dazu gehört auch, welche Kleidung sie tragen und warum sie, Green Boots mögen. Zu wissen, was Colar Tips sind oder was man unter Lace Dress versteht, kann im nächsten Roman wichtig werden. Mit Mode stehe ich schon mein Leben lang auf Kriegsfuß. In meiner Kindheit musste ich Rollkragen und selbstgestrickte Pullunder tragen, weil meine Eltern nicht das Geld hatten, schicke Jeans und Lederjacken zu kaufen. Also habe ich mich nie damit beschäftigt und angefreundet.

Das Internet und die Blogger und Bloggerinnen, die ihr Herzblut für Fashion und Beauty geben und regelmäßig Tipps für ihre Leser haben, sind nun meine Lehrer. Selbst wenn die Lehrerinnen weit jünger sind als ich, so haben sie in Sachen Mode ziemlichen Vorsprung mir gegenüber. Sie haben bereits Wissen und Erfahrung. Und am effizientesten lernt man von den Besseren!
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