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Sonntag, 9. September 2012

Hendryk und der Wirrsinn!

Ich muss euch enttäuschen, das ist keine neue Folge von Hendryk Miller - noch nicht.
Heute sind meine Gedanken wieder schneller, als ich selbst. Das ist ja nichts Besonderes. Gedanken sind nun einmal schneller als Menschen aus Fleisch und Blut. Wäre das anders, würden wir in einer noch viel hektischeren Welt leben, als wir es ohnehin tun.
Foto: Audrey Johnson
Quelle: http://www.sxc.hu/photo/490030
Wirrsinn, was ist das? Wirrsinn ist der Geisteszustand, in dem ich
mich ab und zu befinde. Wie jetzt. Wirrsinn ist nicht ansteckend, wirkt sich nicht übelwollend auf Mitmenschen aus. Es behindert fallweise die klare Kommunikation mit diesen und führt mitunter zu eingeschränkter Handlungseffizienz. Warum das so ist, lässt sich erst beantworten, wenn die Symptome erfasst und ausgewertet sind.

Der Wirrsinn beginnt mit dem Zurückweichen der Gedankenwelt, welche sich mit dem realen Leben zu beschäftigen weiß. Auslöser dieser Eintrittsphase in den Wirrsinn ist ein flüchtiger Reiz oder unkontrolliert auftauchender Denkimpuls aus der Nicht-realen-Welt. Beispiele wären das Lesen eines Buches, eines Blogs oder eines alten Manuskripts aus eigener Sammlung. Der Impuls könnte beispielsweise ein „…was poste ich heute…“ sein. Dieser angesprochene Rückzug der realorientierten Gedankenwelt lässt sich mit dem Zurückweichen des Meeres vor einem Tsunami vergleichen. Wie wir wissen, kann ein Tsunami eine schreckliche Sache sein, weil er mit mehr/Meer Wasser zurück kommt, als der Mensch damit umzugehen gelernt hat. Genauso brechen die Gedanken über mich herein.
Gedanken, Überschriften, Szenen und Textschnippsel in einer Menge, mit der ich (bislang) nicht gelernt hatte, umzugehen. Es ist zu viel zur gleichen Zeit. Ich verfalle rasch in eine dem Balubaeren äußerst zuwidere Hektik und Aktivitätsbereitschaft. Der Versuch, soviel wie möglich aufzuschreiben oder sich zu merken scheitert unter der alles überschwemmenden Flut neuen Materials. Das führt dazu, dass sämtliche körperlichen Reaktionen auf den Wirrsinn mit dem Einstellen solcher unterbunden werden. Wenn nämlich eines dem Balubaeren noch verhasster ist, als zu rege körperliche Aktivität, ist das sinnlose körperliche Aktivität. Eine koordinierte Motorik, um den Gedankenfluss in Tintenfluss umzuleiten, der geschriebenen Text zum Ergebnis hat, wäre von zwingender Notwendigkeit, um den Symptomen des Wirrsinns Herr zu werden.
Ein kleines Beispiel aus der Praxis gefällig? Rückzug des Meeres – Pardon der Gedanken: ca. 13:30. Auslösender Reizgedanke: Hendryk Miller.
„*!“ Nichts! Stille im Kopf. Dann ein leichtes Brausen und was folglich parallel – also gleichzeitig – auf mich einstürzte, werde ich versuchen hier seriell wiederzugeben.

„Abstimmung zu Hendryk wurde kein einziges Mal geklickt. Na und. Warum. Uninteressant. Was. Die Abstimmung. Hendryk. Alles. Posts, Hendryk, der ganze Blog uninteressant und unwichtig. Unnötiger Zeiteinsatz. Ich schreibe für mich. Ich schreibe auch für Leser. Echt jetzt? Was wird aus Hendryk. Sterben lassen. Die nächste Szene entsteht. Bevor ich weiter arbeite sollte ich zumindest wissen, wo es hingeht. Interessiert keinen! Hendryk war keine Idee. Hendryk ist ein Beispiel, wie ein Roman entstehen könnte. Hendryk wird eliminiert. Ich habe versprochen Arbeitsweisen und Werkzeuge zu zeigen. An Hand von Hendryk. Interessiert keinen! Vielleicht doch, aber sie genießen schweigend. Träumer. Einen Post zur Arbeitsweise. Heute!? Keine Zeit. Nehm' ich mir. Was. Hendryk wird Mystery. Ein roter Faden entsteht. Den liest keiner. Ein Pitch entsteht. Wie fange ich das im Blog an. Was ist ein Pitch? Oder gleich Exposee. Das verrät alles und das kann ich denen nicht antun, die Hendryk tatsächlich lesen. Liest eh keiner. Schreib Hendryk einfach im November runter. November ist für den Ratgeber reserviert. „Schluss mit 40“ – ist der Titel OK? Geb ich es dem Verlag oder bringe ich es selber raus. Hendryk ist ein Kotzbrocken, darum liest ihn Manuela nicht. Keiner will etwas von dem wissen. Dafür kann er sich super entwickeln. Hendryk hat Potential …“

Das ist nur ein Bruchteil aus zwei von sechs bis acht Gedankenfäden die in diesen Minuten abgelaufen sind.

Gleichzeitig damit habe ich jedoch mit der Bekämpfung des Wirrsinns begonnen. Ich habe eine neue Patrone in die Feder geladen, drei Blätter mit Normseiten-Linienspiegel ausgedruckt und diesen Text geschrieben. Sobald ich damit fertig bin, notiere ich den Pitch zu Hendryk, verfasse einen Klappentext für den Blog um nicht alles zu verraten und doch zu zeigen, wo es hingehen wird. Danach entwickle ich aus der neuen Idee ein Exposee, um mir selber klar zu werden, wo es mit ihm hingehen soll. Danach erstelle ich eine Art Redaktionsplan für die Schreibtipps.
Und „Mit 40 war Schluss!“ kommt als eBook und kurz darauf als Taschenbuch. Notiz: ISBN-Nummer beantragen!
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