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Montag, 17. September 2012

Die T*** der Kate M.

Heute früh, als ich auf dem Weg zum aktuellen Kursort war, schaltete der Verkehrsfunk nicht rasch genug ab und ich schnappte einige Fetzen aus dem Geplapper des Moderators auf. Der Name Kate Middleton fiel mehrmals. Ich habe mir nichts dabei gedacht, sondern war froh, dass das Radio stumm schaltete und ich wieder meinen Gedanken
zuhören konnte. Auf der Suche nach einem Thema für meinen heutigen Blogeintrag habe ich mir die am häufigsten eingegebenen Suchbegriffe der letzten sieben Tage bei Google angesehen. Erneut stieß ich in verschiedenen Kategorien auf Kate. Ich muss vielleicht anmerken, dass ich es mir zur Gewohnheit gemacht habe, nur EINMAL pro Woche die Nachrichten anzuhören und sonst Fernsehen, Radio und Zeitungen meide. Es ist interessant genug, was sich in meinem persönlichen Umfeld abspielt, da brauche ich mir den Kopf nicht mit den täglichen News aus was-weiß-ich-wo zumüllen lassen. In meinem persönlichen Umfeld kann ich außerdem helfend eingreifen, wenn es nötig ist. Daraus folgt, dass mir die Royals gleich-gültig sind, wie viele Andere auch.
Foto: http://ejdzej.jogger.pl
Quelle: http://www.sxc.hu/photo/570300
Neugierig geworden beschloss ich Googles Ergebnisliste zum Suchbegriff abzurufen und stellte entsetzt fest, dass ich beinahe eine lebenswichtige Katastrophe versäumt habe. „Kate oben ohne“ war mehrfach zu lesen. Sämtliche Medien schienen aus dem Häuschen zu sein und überschlugen sich über reißerische Schlagzeilen. Den Aufruf von Bildern habe ich mir erspart. Kates Brüste werden wohl genauso wenig aus Gold sein, wie der Hintern meines Hundes.

Dass ein großer Teil der Öffentlichkeit offenbar geil auf solche Geschichten ist, muss ich hier nicht lang und breit erörtern. Der Großteil der Menschheit besteht offenbar aus Voyeuren und Spannern. Dass sich die Medien auf die Themen stürzen, die Einschaltquoten und Auflage bringen, ist bekannt. Dabei ist die Qualität egal. Das ist bedauerlich, zeugt vom Niveau und geistigen Horizont sowohl von Sender als auch Empfänger – ist mittlerweile so alltäglich dass es niemandem mehr auffällt, was da eigentlich passiert.
Am Nachmittag, im Büro eines Kunden, lief im Radio einer dieser Sender. Mann hatte offenbar das Publikum dazu befragt, was es von der öffentlichen Entblößung mittels Paparazzi-Material hielte.

Das Gros der Anrufer, Mailer und Facebooker vertrat allen Ernstes die Auffassung, Kate sei eine „öffentliche Person“. Und wenn sie sich irgendwo auszieht, dann müsse sie damit rechnen, fotografiert zu werden. Man hätte deshalb das Recht, diese Fotos zu veröffentlichen und zu betrachten. Über diese, meiner Meinung nach sehr fragwürdige, Definition von öffentlich versus privat, kann man diskutieren, sollte es trotzdem nicht.
Denn genau die Leute, die auf das Recht pochen, Kates nackten Busen fotografieren, abdrucken und begaffen zu dürfen, sind es, die gegen Vorratsdatenspeicherung und die Verwertung persönlicher Daten durch Facebook, Google und Co. wettern, vor Gericht ziehen und Millionenklagen einbringen. Oder die befürworten, dass Hackerkollektive mehr oder weniger anonym Behörden und Unternehmen das Leben schwer machen.

Wer für sich selbst gegenüber Privatsphäre, Datenschutz und moralisches Verhalten einfordert, sollte soviel Charakter an den Tag legen, das ebenso Personen zuzugestehen, die mehr oder weniger öffentlich auftreten. Denn egal ob Herzogin, Prinzessin oder sonst was… in erster Linie ist auch Kate ein Mensch.
Denen, die das nicht so sehen wollen, fehlt schlicht und einfach Anstand!
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