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Montag, 20. August 2012

Schon auf Swoggi geboten?

Quelle: http://www.sxc.hu/photo/493674
Eine neue Art des Bietens beziehungsweise der Versteigerungsplattform ist swoggi.de. Die Idee kommt aus USA, wo bekanntlich alle guten Dinge herkommen. Auf die Website bin ich durch einen Zufall gestoßen. Ein Blogeintrag hat mich mit überschwänglichem Lob neugierig gemacht und auf den ersten Blick ist die Möglichkeit, ein Samsung GALAXY S III um € 20,62 zu ersteigern verlockend.
Aber von vorne.
Auf swoggi.de kommt beispielsweise oben angeführtes Smartphone für 0,24 € zur Versteigerung. Der Countdown läuft, sagen wir 5 Tage. Das klingt super. Jetzt kommt der erste kleine Haken, der noch nicht weiter auffällt, der das System aber für den Betreiber lukrativ macht. Um mitzubieten, müssen sie Gebote oder „Bietpunkte“ kaufen. Für 15 € gibt es 30 Punkte. Für höhere Beträge mehr. Höchstkauf ist 500 €. Nicht schlecht.
Für jedes Gebot, das sie abgeben, wird ein Bietpunkt vom Konto abgezogen.
Bieten Sie also für das Galaxy bei 0,24 €, sind sie einen Punkt los und werden garantiert überboten. Auf ein Neues bei 0,xy und so weiter. Bis sie die 30 Punkte und 15 Euro los sind.
Jetzt können sie, clever, wie sie sind, nach den ersten Bietversuchen auf die Idee kommen, in der letzten Sekunde zu bieten. Sind sie bzw. ihre Internet-Verbindung schnell genug, kann sich das ausgehen. Jetzt greift der nächste Haken. Der Countdown läuft nicht etwa aus, sondern mit jedem Gebot kommen wieder 15 Sekunden oder mehr dazu. Sie gewinnen die Versteigerung also nur, wenn sie dabei bleiben und wiederholt in der letzten Sekunde bieten und den anderen die Geduld ausgeht. Das kann sich über Stunden hinziehen.
Swoggi.de hat natürlich dafür eine Lösung. Den sogenannten BitRobot. Er kann so programmiert werden, dass er für ein bestimmtes Produkt, bis zu einem definierbaren Höchstgebot eine einzustellende Anzahl an Geboten abgibt. Das hilft, die Bieter, die vor dem PC sitzen und die letzte Sekunde abwarten auszutricksen, den der Robot bietet ebenfalls in der letzten Sekunde. Und zwar jedes Mal, wenn er zuvor überboten wurde. Da wie zu erwarten andere Bieter die gleiche Idee hatten, überbieten sich die Robots gegenseitig und erhöhen damit die Laufzeit der Versteigerung. Maschinen sind da sehr geduldig. Dabei verbrät der Robot jede Menge Bietpunkte, die man selbstverständlich jederzeit nachkaufen kann.
Angenommen wir haben um 50 € Bietpunkte gekauft, dann können wir 100 Gebote abgeben. Angesichts der anderen Robots ist das nicht viel. 15 Sekunden sind rasch um.
Gesetzt den Fall wir haben das Glück und unsere 100 Punkte reichen aus, das Handy um 20,62 Euro zu ergattern, hat es uns im Endeffekt allerdings 70,62 Euro gekostet. Dazu rechne ich jetzt noch die ein oder zwei Stunden hinzu, in denen ich manuell versucht habe, der Letztbieter zu sein und stelle dem Gegenüber, dass das gleiche Smartphone bei meinem Netzanbieter um 0,- Euro zu haben ist.
Da verwundert es nicht, dass das aktuelle Swoggi-Girl eine professionelle Pokerspielerin ist. Swoggi.de ist eine Versteigerungsplattform für Leute mit sehr viel Zeit oder sehr viel Glück. Also beides nichts für mich. Für mich hat es sich nach den ersten 15 € ausgeswoggit. Ich bleibe auf Plattformen wie ebay.de, wo ich ein reales Gebot abgebe und Geld nur über den Tisch geht, wenn ich Ware dafür bekomme.
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