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Donnerstag, 23. August 2012

Erleuchtung ... ?

Quelle: http://www.sxc.hu/photo/637275
Die Tagebuchauszüge haben mich angeregt, über das Thema Erleuchtung nachzudenken. Es gibt eine Vielzahl von Definitions- und Erklärungsversuchen, was denn Erleuchtung sei, was sie bewirke und ob man sie im Leben nur einmal oder mehrfach erlangen könne.

Während der zahlreichen Jahre, die ich mich mit esoterischen Themen beschäftigt habe, musste ich feststellen, dass die meisten Menschen die Esoterik als Ausweg beziehungsweise als Fluchtweg vor

dem Leben betrachten und nutzen. Dabei will die (richtig verstandene) Esoterik das Gegenteil bewirken. Nämliche das Geheimnis lüften, wie wir mit dem uns gegebenen Leben zurechtkommen und das Beste daraus machen kann. Mit beiden Beinen in der Realität stehend. Alle anderen Anwendungsformen des „geheimen/inneren Wissens“ – und das ist großteils der Fall – sind und bleiben es Humbug.

Es gibt einen guten Vortragsmitschnitt von Vera F. Birkenbihl zum Thema "Pragmatische Esoterik". (Wer in Youtube sucht, wird auch dort fündig werden.)
Die beste Erklärung, was Erleuchtung ist, bzw. was sie bewirkt und verändert, habe ich vor Jahren einem Buch gelesen. Leider weiß ich nicht mehr in welchem. Ich dachte erst, sie würde aus "Der Eingeweihte" stammen, doch dort habe ich sie nicht (mehr) gefunden. Es ist keine Erklärung im Sinne von Wikipedia, sondern ein Bild, das wie so oft mehr sagt, als 1000 Worte. Mir bleibt nur, die Anekdote aus dem Gedächtnis wiederzugeben und zu hoffen, dass mir jemand im Kommentar mitteilen kann, woraus das Zitat tatsächlich stammt:

Ein Mann wollte Erleuchtung erlangen. Er hatte von einem Kloster tief im Gebirge auf dem höchsten Gipfel gehört, in dem garantiert Jedem Erleuchtung zuteil würde. Die Reise war lang und beschwerlich. Es führte nur ein schmaler Pfad durch das Gebirge und die Reise dauerte mehrere Monate. So machte er sich auf den Weg. Als er viele Wochen gegangen und alle Entbehrungen tapfer ertragen hatte, ohne dass er einer einzigen Menschenseele begegnet, kam ihm ein alter Mann entgegen, der einen offenbar schweren Sack auf den Schultern trug.
Sofort sprach unser Reisende den Mann an:

„Mein Herr, sagt mir, seid ihr auf dem Gipfel in dem Kloster gewesen?“
Doch anstatt eine Antwort zu geben, nickte der andere nur langsam.

„Und sagt mir, stimmt es, dass man in dem Kloster die Erleuchtung erlangen kann?“
Wieder nickte der Alte nur.

Die aufsteigende Ungeduld und Aufregung beherrschend fragte der Suchende schließlich.
„Hab ihr Erleuchtung erlangt?“

Der vom Gipfel kommende verzog keine Mine, sondern nickte wiederum, ohne ein Wort zu sagen.
„Dann sagt mir“, bat der Pilger endlich, „wie ist es, erleuchtet zu sein?“

Da nahm der alte Mann den schweren Sack von den Schultern und stellte ihn vor sich auf den Boden. Er streckte und reckte sich und gab Laute der Erleichterung von sich.
Der Reisende war erst überrascht, doch dann begann er, zu verstehen. „Und was kommt danach“, fragte er den Alten.

Da hob der Erleuchtete den Sack mühsam an, hievte ihn auf seine Schultern und ging wieder seines Weges …
PS: Ich habe natürlich im Internet recherchiert und bin auf einige Yogi- und Swamiseiten gestoßen, welche die Geschichte einem Milarepa zuordnen. Andere Quellen sprechen von Paul Coelhos „Der Wanderer“. Da ich weder Milarepa kenne, noch Coelhos Buch gelesen habe, hab ich sie wohl aus einer anderen Quelle.
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