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Mittwoch, 22. August 2012

Teil 2 der Jugendsünden



Quelle: http://www.sxc.hu/photo/1176000
Das ist der zweite Teil der Tagebuch-Quadrologie. Der Text ist nicht einfach zu lesen und noch schwieriger zu verstehen, aber vielleicht schaffen sie es und kommen der Erleuchtung ein Stück näher.

Eigentlich habe ich weder einen Grund noch eine Idee für eine Eintragung. Trotzdem nehme ich Buch und Feder und beginne zu schreiben.

Möglicherweise handelt es sich bei diesem Ritual – sofern man eine Tätigkeit nach zwei Tagen als solches bezeichnen kann – um den Abschluss der Tagesration Leben.

Oder geht das Leben in der Nacht im Schlaf weiter? Erfüllen wir nachts auch einen Teil unserer Aufgaben. Wer weiß, was unsere Seele in den Nachtstunden so treibt, während unser bewusstes Ich die mehr oder weniger verdiente Ruhe genießt.

Bei manchen Träumen, an die ich mich erinnern kann, zweifle ich stark, ob es sich nur um eine unterbewusste Aufarbeitung der Tageserlebnisse handelt. Vielleicht sind die Träume auch nur Erinnerungen unserer Seele an die Erlebnisse von anderen Entitäten unseres Wesens.

Was wissen wir schon, in wie vielen Dimensionen oder Zeiten wir gleichzeitig unsere Erfahrungen sammeln. Vielleicht arbeitet Gott wesentlich rationeller als wir uns vorstellen können.

Kann es nicht sein, dass wir alle Erlebnisse und Eindrücke in ein und demselben Augenblick erfahren?

Ich glaube, es war Einstein, der in der Relativitätstheorie festhielt, dass die Zeit vom Beobachter abhängt.

Das bedeutet: Hätte ich die Möglichkeit alles gleichzeitig zu beobachten, würde ich alles gleichzeitig erleben!

Schwierige Sache, aber weiter: „Alles sehen“ im Sinne von „Alles erkennen“, „begreifen“, „verstehen“.

Wenn ich also fähig bin, all meine Entitäten, jene, die ich vom derzeitigen Standpunkt als die vergangenen sehe, und jene, die ich als die zukünftigen sehe; also zu all diesen Entitäten Verbindung hätte und mein Wissen somit vom Ort und Zeitpunkt unabhängig würde, dann würde sich der Zeitbegriff auflösen.

Was heißt das nun wieder?

Der Beobachter bestimmt die Zeit. Wenn der Beobachter alles sieht – Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft – unterscheidet er nicht mehr zwischen verschiedenen Zeiten. Das Wann wird unwichtig. Alles passiert einfach. Sogar der Begriff „Jetzt“ verliert seine Bedeutung. Es gibt nicht, was man mit „jetzt“ in Relation setzen könnte.

Wenn wir also die Zeit auflösen wollen, müssen wir als Vorbedingung die Grenzen zwischen unseren Entitäten mit jeweils eigenem Bewusstsein überwinden. Um das zu können, müssen wir erkennen, dass wir jenes Bewusstsein, welches sich gerade mit dieser Idee beschäftigt, nicht das einzige Bewusst-Sein ist, das unser tatsächliches Ich ausmacht.

Gut, es mag sein, dass sich nur das uns jetzt aktuell bewusste Bewusst-Sein als „ICH“ bezeichnet. Wir müssen aber „erkennen“, dass es nur ein Teil unseres Wesens ist. Mit dieser Erkenntnis können wir uns auf die Suche nach den anderen Teilen machen.

Mit jedem Teil, jeder Entität/jedem (Bewusst)-Sein, das wir entdecken, werden wir erleuchtet und doch gleichzeitig feststellen, dass wir uns erst am Anfang befinden.

„Ich bin das Alpha und das Omega“, der Kreis schließt sich dort, wo er geöffnet wurde.

Am Ende all der Erfahrungen unseres Seins steht die Erkenntnis, dass wir nichts anderes als Sein im Sinne von „ich bin“ sind. Wir benötigen dann kein Bewusst-Sein mehr, weil wir uns auflösen wie ein Tropfen im Meer. Wir verlieren unsere Individualität, das „ich“ von „ich bin“ und verbinden uns mit dem Ganzen. Wir haben uns einst von ihm getrennt, ohne dass es weniger wurde. Wir werden uns mit ihm vereinigen, ohne dass es mehr wird.
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