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Mittwoch, 8. August 2012

Mit Feder und Tinte

Der aktuelle Text auf Papier und ein paar Füllfedern
Der aktuelle Text une inige meiner
alten Füllfedern

Wann haben sie das letzte Mal einen längeren Text mit der Hand oder gar mit einer Füllfeder geschrieben? Bei mir ist das verdammt lange her. So lange, dass ich mich gar nicht daran erinnern kann.
Es ist an der Zeit, eines der guten alten Schreibwerkzeuge auszupacken, welche uns doch ein schönes Stück durch Kindheit und Jugend begleitet haben und diesen Text auf gute alte Handwerksart zu Papier zu bringen.
Früher, während meiner Berufsausbildung – die wie bei so Vielen nichts mit meiner heutigen Tätigkeit zu tun hat – habe ich viel mit Füllfeder geschrieben. Ich habe diese Pelikane, Jollies und Mont Blancs sogar gesammelt. Meine ersten Romanideen habe ich seitenweise mit Tinte auf Blöcken und in alten Schulheften verewigt. Fiktive Briefe an alle möglichen erfundenen Personen geschrieben. Gedichte verbrochen und phasenweise ein Tagebuch gequält. Das Schreibgefühl mit der Feder war mir immer angenehmer als das Erlebnis mit krakeligen Kugelschreibern. Von einigen meiner damaligen Wegbegleiter habe ich Werke eingesammelt, die während oder zwischen Liebeskummer, Liebestaumel, Weltschmerz und Party-Euphorie entstanden sind. Heute, beinahe fünfundzwanzig bis dreißig Jahre später besitze ich noch immer prall gefüllte Ordner mit den „Sünden der Jugend“.

Warum Sünden?

Weil ich und auch meine Freunde diese Texte heute wie damals unter Verschluss halten und niemandem davon erzählen. Genau wie Sünden, die wir begangen, aber geheim gehalten haben. In ganz seltenen Fällen, wenn ein besonderer Feiertag anstand oder man es gar nicht mehr aushielt, zu viel von schlechtem Gewissen geplagt war, so ging man zur Beichte.
So habe ich mich entschlossen, einige Texte meiner Freunde – und vielleicht auch einige der meinen – hier in einem „Beichtstuhl“ abzulegen. Nicht, um zu belustigen, sondern um zu zeigen, dass alle klein anfangen.
Woher mein neues Selbstbewusstsein bezüglich meiner Schreibe kommt?
Aus einem für mich recht motivierenden Erfolg, den ich hier jedoch nicht weiter besprechen möchte. Nur so viel. Meiner Berufsbezeichnung darf ich mit Fug und Recht Schriftsteller und Ghostwriter hinzufügen ;)

Zur Feder greift!

Nun bin ich doch glatt etwas vom Thema abgekommen. Hier sollte es um das Schreiben mit Hand und Schreibgerät gehen. Der Text bis hierher ging mir recht leicht von der Feder. Der befürchtete Krampf in den Fingern ist ausgeblieben und meditative Stimmung beginnt in mir aufzusteigen. Ein empfehlenswerter Zustand der enorm zur Entschleunigung und Entspannung beiträgt. Wenn sie also noch irgendwo eine alte Füllfeder herumliegen haben, dann versuchen sie es. Schreiben sie ein paar Gedanken nieder. Vielleicht verfassen Sie einen Brief an ihren Partner, ihre Lebensgefährtin oder einen anderen lieben Menschen. Ich für meinen Teil habe mir vorgenommen, Erstentwürfe von Texten künftig wieder mit der Hand zu schreiben und meiner Frau werde ich einen Brief auf das Kopfkissen legen, der gefüllt ist mit den Worten, die sie so gerne hört und liest.
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